Grafikdesign für Dummies

Zugegeben, wir haben selbst nur rudimentäre Kenntnisse über Grafikdesign. Und für richtig anspruchsvolle Projekte solltet ihr euch einen Profi suchen. Ein bisschen Ahnung über Programme und Farben ist trotzdem wichtig, um schnell selbst Kleinigkeiten umzusetzen – und seien sie nur für einen Newsletter. Hier kommen unsere fünf Tipps zum Grafikdesign für Dummies.

Tipp 1: Nutzt kostenlose Fotos und Icons

Für kostenlose Fotos: Die Website Pixabay bietet laut eigener Aussage über eine Millionen freie Fotos. Auch gut: Die Datenbank Unsplash für kostenlose Fotos, die ihr sogar kommerziell nutzen dürft. Ihr müsst nicht einmal den Uhrheber angeben (obwohl das natürlich immer der anständige Weg ist). Alternativ bietet auch die Datenbank Pexels viele kostenlose Bilder.

Für kostenlose Icons: Wer kleine Vector-Icons benötigt, etwa für interne Präsentationen, ist bei Flaticon an der richtigen Adresse. Eine andere kostenlose Icon-Website ist Thenounproject. Denkt dran, mit englischen Suchbegriffen zu suchen. Toll dabei: Ihr könnt die Icons in verschiedenen Dateiformaten herunterladen.

Tipp 2: Kennt das richtige Dateiformat

Grundsätzlich lassen sich Fotos, Grafiken und Illustrationen in zwei grobe Formate unterteilen: Pixelgrafiken und Vektorgrafiken

Pixelgrafiken (.bmp, .jpg, .png) bestehen aus einzelnen Pixeln. Ihr großer Nachteil: Versucht ihr, sie zu vergrößern, werden sie schnell unscharf.

Vektorgrafiken (.svg, .pdf, .eps, .ai) bestehen aus Linien (Pfade), die einzelne Punkte miteinander verbinden. Dadurch können sie ohne Verluste beliebig vergrößert oder verkleinert werden. Und weil sich jede einzelne Linie jederzeit bearbeiten lässt, lassen sich auch die ganzen Grafiken nachträglich leicht verändern. Vektorgrafiken sind perfekt für Logos, aber ungeeignet für Fotos.

Das Format .png eignet sich gut für Logos und Illustrationen. Da jede zusätzliche Farbe die Dateigröße aufbläht, ist es super für Dateien mit wenigen Farben – wie eben Logos. Der große Vorteil: Ein transparenter Hintergrund wird unterstützt. Das heißt, ihr könnt eine png-Datei vor jeden beliebigen Hintergrund setzen.

Das Format .jpg eignet sich gut für Fotos, da jedes Pixel eine andere Farbe annehmen kann. Trotzdem bleibt die Datei recht klein und nimmt wenig Speicherplatz ein. Völlig ungeeignet ist das Format für Logos und Illustrationen. Und: Es kann keine Transparenz abbilden. Es wird immer komplett eingefärbt.

Das Format .bmp ist ziemlich veraltet. Es vereint die Nachteile von .jpg und .png und war früher mal das voreingestellte Format von Paint.

Das Format .gifs ist gut für alles, was sich bewegen soll (zum Beispiel eben GIFs).

Das Format .tif speichert Fotodateien in sehr guter Qualität mit sehr viel Speicherplatz. Eher etwas für professionellere Fotografen, die ihre Bilder verlustfrei transportieren wollen.

Tipp 3: Beschäftigt euch mit Farben

Ein kurzer Exkurs: Farben im Internet werden mit einem seltsam anmutenden System wiedergegeben, was aus einer Raute und sechs Buchstaben oder Zahlen besteht. Dahinter steht ein Farbsystem: Die ersten beiden Buchstaben geben den Rotanteil an, die zweiten grün, die dritten blau. Beispiel gefällig?

Reines Rot ist #ff 00 00 (weil kein Grün- oder Blauanteil enthalten ist). Grün ist # 00 ff 00, Blau ist # 00 00 ff. Mischt man alle Farben zusammen, erhält man Schwarz # rr gg bb. Und nimmt man von einigen Farben mehr und von anderen weniger, erhält man etwa ein freundliches Braun # 89 11 23.

Ihr müsst euch das nicht merken. Verwendet einfach die Pipettenfunktion eures Programs, um die gewünschte Farbe aufzunehmen.

Um die richtige Stimmung zu erzeugen, ist Pinterest ein super HIlfsmittel. Ihr könnt dort beispielsweise nach „Autumn Colors“ suchen und bekommt eine Reihe von Farbpaletten vorgeschlagen, die harmonisch zusammenpassen.

Genereller Tipp: Oft sieht es gut aus, wenn ihr eine einheitliche Farbpalette zusammen mit einer Highlight-Farbe verwendet.

Tipp 4: Bearbeitet eure Bilder mit kostenloser Software

Irfan View gibt es nur für Windows. Besonders gut, um Fotos zuzuschneiden oder die Größe oder die Farbe zu ändern (etwa für einen Schwarz-Weiß-Effekt). Toll dabei: Das Programm kann fast jedes Dateiformat öffnen und die Datei dann in beliebiger Komprimierstufe (viel Qualität oder wenig Dateigröße) in einem anderen Format speichern. Und: Das funktioniert auch für mehrere Fotos gleichzeitig (zum Beispiel wenn ihr Geburtstagsfotos an alle schicken wollt, ohne euren Freunden zu viele Gigabytes zuzumuten).

Gimp kann noch ein wenig mehr als Irfan View. Neben reiner Bildbearbeitung (zuschneiden, die Dateigröße oder das Dateiformat ändern), hat es auch einige Photoshop-ähnliche Funktionen. Das Programm gibt es kostenlos für Windows und Mac.

Lightroom ist ein Tool für Fotografen und Foto-Begeisterte. Es verbessert eure Fotos (Kontraste, Helligkeit, Farben) und ist sehr einfach und dabei recht umfangreich. Für Windows und Mac ist es kostenpflichtig, doch es gibt eine ganz gute App für Android und iOS, die kostenlos ist und schon recht viele Features bereitstellt.

Inkscape ist ein Open-Source-Program, das wie eine abgespeckte Version von Adobe Illustrator arbeitet. Das Vektorgrafik-Program ist kostenlos für Windows und Mac verfügbar und eignet sich besonders gut zum Bearbeiten und Erstellen von Logos und Illustrationen. Alternativen sind u.a. SVG-Edit, der Gravit Designer und Vectr.

Remove.bg ist die Website der Stunde, wenn es ganz schnell gehen muss und ihr unbedingt ein freigestelltes Bild braucht (z.B. für eine Präsentation). Nachteil: In der kostenlosen Version leidet die Bildqualität. Eine Alternative für das Entfernen des Bildhintergrunds ist das Online-Angebot von Experte.de (ebenfalls kostenlos).

Tipp 5: Profitiert von vielen Designs

Canva stellt euch viele tolle Vorlagen bereit, die ihr beliebig bearbeiten könnt (Farben ändern, Fotos ändern, Schrift ändern). Super für Plakate, Flyer oder Postkarten. Und auch toll für Social Media, weil ihr dort die perfekten Seitenverhältnisse voreinstellen könnt. Canva gibt es als Program oder im Browser.

Pageflow macht Multimedia-Storytelling ganz leicht. Die Anwendung wurde mit dem WDR für den digitalen Journalismus entwickelt und ermöglicht die einfache Erstellung bildschirmfüllender Web-Reportagen. Pageflow ist eine Open Source Software und daher kostenfrei.

Infogramme lassen sich schnell mit infogram erstellen.

Headliner ist euer Programm, um ein Video zu untertiteln oder aus einem Audio und ein paar Bildern mal eben ein Video zu basteln. Das geht schnell und einfach mit Headliner.

Powerpoint wird als Grafikprogram leicht unterschätzt und kann mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Man kann mit Powerpoint toll eigene Formatvorlagen anlegen, in verschiedene Dateiformate (.pdf, .png, .jpg) exportieren und – ganz wichtig – gut im Team arbeiten. Denn ihr könnt die Datei einfach verschicken und woanders öffnen. Das geht mit vielen anderen Programmen nicht so gut. Powerpoint ist zwar nicht kostenlos, aber oft schon installiert. Alternativen sind Google Präsentationen oder für Mac-Nutzer Keynote.

Scribus: Wem Adobe Indesign zu teuer ist, der kann auf Scribus zurückgreifen. Das Open-Source-Program läuft auf Mac und Windows und ist zwar nicht ganz so umfangreich wie das Adobe-Produkt, kann aber mehr als die meisten anderen (Freeware) Programme.

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